| Erfrischender „Chor-Wettstreit“ |
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Zwei hochkarätige Ensembles – Traditionelle Volksliedsätze und bekannte Evergreens Zu einer besonderen Chordarbietung hatte der Gesang- und Musikverein 1827 Feuchtwangen im Sängermuseum eingeladen. Keine Chormatinee, wie man sie jährlich im Kreuzgang erleben darf, sondern ein „Freundschaftssingen“ mit dem Männergesangverein Schnelldorf stand auf dem Programm. Die Darbietung anspruchsvoller vierstimmig und a cappella gesungener Chorsätze im Wechsel und ein anschließendes Beisammensein der Sängerinnen und Sänger beider Verein hätten hierbei gleichrangig Bedeutung, wie es Birgit Mathes die Leiterin des Feuchtwanger Chores, im Vorfeld ausgedrückt hatte. Nicht ohne Stolz, wies der Vorsitzende, Ernst Keitel, darauf hin, dass der Feuchtwanger Gesangverein der älteste und noch aktive Chor in Nordbayern sei. Mit 52 Sängern und einem Durchschnittsalter von 57 Jahren stehe man im Dinkelsbühler und Feuchtwanger Raum gut da. Nach einem Begrüßungssatz „Ein herzliches Willkommen zu unserem Fest“ von Adolf Frey-Völlen hies Ernst Keitel den Gastchor aus Schnelldorf und alle Anwesenden willkommen und brachte Grüße der verhinderten Hausherrin Helma Kurz. Dann begann ein erfrischender „Sängerwettstreit“ zweier hochkarätiger Ensembles. Die beiden Chöre standen sich in nichts nach: Zum einen war da der gemischte, in allen Stimmlagen gut besetzte Chor Feuchtwangens, der eindrucksvoll, in harmonischem Wechsel von geballter Stimmkraft und leisen, gefühlvollen Passagen, die hohe, traditionelle Kunst des deutschen Volksliedes intonierte. Den Chor leitet konzentriert und sicher die junge Musikpädagogin Birgit Mathes, deren Dynamik sich spürbar auf ihren Chor übertrug. Zum anderen erlebten die Zuhörer den Schnelldorfer Männerchor, bestehend aus 30 Sänger, in allen Stimmlagen harmonisch und mit sehr guten Stimmen bestetzt. Ihn führt schon seit 40 Jahren der quicklebendige, kreative Fritz Körnert. Das fröhliche, temperamentvolle, begeisterte Engagement seiner meist älteren Sänger, gepaart mit großer, humorvoller Variabilität und Präzision des Chores, führten immer wieder zu begeistertem Applaus der Zuhörer. Birgit Mathes hatte das von ihrem Chor traditionell besonders gepflegte Gerne kunstvoller Volksliedsätze um ein paar Evergreens aus dem Repertoire der „Comedian Harmonists“ erweitert und ließ die Frauen und Männer mit „Wochenend und Sonnenschein“ und „Am Sonntag will mein Süßer mit mir Segeln gehen“ von einem unbeschwerten Wochenende singen. Die Schnelldorfer boten eine bunte Mischung aus klangvoll vorgetragenen Sätzen des deutschen Volksliedgutes, gefolgt von kroatischen, irischen und brasilianischen Liedern. Im zweiten Teil des Abends sang der Schnelldorfer Chor, wegen des schwülen Wetters jetzt ohne die schönen blauen Jacketts, eine hoch variable Folge von deutschen und süßosteuropäischen Volks- und Scherzliedern, welche, teilweise in der Originalsprache gesungen, hohe Anforderungen an die Sänger stellten. Da quakten fröhlich die Frösche in perfektem Stakkato bei der „Froschhochzeit“ da meckert munter der Ziegenbock, begleitet von bunte Vokalassagen, in „Der Schneider Jahrtag“. In dalmatinischem Dialekt wurde gefühlvoll das Meer besungen. In Barbershop-Genre erklang „I´m sitting on the top of the World“ vond Ray Henderson. Besonders begeisterten Beifall erntete “Der Löwe schläft heut Nacht”, von Friedrich Köhnert bearbeitet, mit afrikanischem Folkloreelementen, Trommel- und Tamburinbegleitung. Der Chor von Birgit Mathes antwortet mit dem Potpourri „Im Krug zum grünen Kranze“ von Willy Trapp aus verschiedenen Wein- und Trinkliedern. Hierbei wurde der Chor von Lisa Froeholm am Klavier und Johanna Thalhammer am Schlagzeug begleitet. Viele bekannte Klänge wie „Keinen Tropfen im Becher mehr“, Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein , das „Rheinweinlied“, Jetzt trink´n wir noch a Flascherl Wein“ bis hin zu „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ wurden hoher Perfektion und mit viel Harmonie als Demonstration fröhlichen deutschen Gesanggutes dargeboten. Die gespannte Aufmerksamkeit der Zuhörer bei den anspruchsvollen Chorsätzen und die Achtung vor der Leistung der Sängerinnen und Sänger ließ das Publikum das sonst bei solchen Klängen üblich Schunkeln und Mitsingen vergessen. Spannend wurde der Versuch, ohne Vorprobe im Finale unter der Leitung von Birgit Mathes beide Chöre zum gemeinsamen Lied zu vereinen. Mehr als 80 Stimmen sangen gemeinsam kraftvoll und wohlklingend den Sängerspruch des Deutschen Sängerbundes: „Viva la Musica, schlinget das Band um alle, die singen in unserem Land“. Ein reicher Chorabend war zu Ende gegangen. Zeitungsbericht von Volker Schmidt vom 30. Juni 2009 in der Fränkischen Landeszeitung |