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Von Winnie Wackelzahn zu "Cantemus" PDF Drucken E-Mail
julia schmidt als winnie WackelzahnVampire gelten gemeinhin als unangenehme Zeitgenossen. Dies ist wohl nicht in erster Linie ihrem Äußeren geschuldet, das durch ein auffallendes Gebiss und eine bleiche Gesichtsfarbe heraussticht, sondern ihrer Gier nach menschlichem und tierischem Blut. Die meisten Menschen glauben deshalb, auf deren Zeitgenossenschaft verzichten zu können. Und ohnehin scheint es überlegenswert zu sein, ob man Vampiren nicht wegen ihres zeitumgreifenden Daseins die Bezeichnung „Zeitgenossen“, wenigstens im engeren Sinne, verweigern sollte, um sie so aus der Gegenwart zu verbannen.

Im Sängermuseum allerdings treten Kinder an, die darauf aus sind, Zweifel an solch generalisiertem Vampirbild zu säen. Denn sie stellen uns die kleine Vampiren Winnie Wackelzahn - alias Julia Schmidt – vor Augen, die kein Blut mag, dafür aber rote Grütze mit Himbeereis, und die die Sorge um ihre wackelnden Eckzähne bedrückt.

Winnie Wackelzahn ist die Hauptfigur aus dem gleichnamigen Kindermusical, das 2010 im Sängermuseum Premiere haben soll. Im August liefen erste Proben dazu. Helma Kurz, die Geschäftsführerin der Stiftung Dokumentations- und Forschungszentrum des Deutschen Chorwesens, erklärt: „Ich freue mich, dass unser Haus durch die Arbeit an ´Winnie Wackelzahn´ wieder einmal seine Kinderfreundlichkeit unter Beweis stellen darf.“ Und tatsächlich erfüllten Kinderlachen und –singen tagelang die Räume. Dabei präsentierten sich die Mädchen und Jungen nicht nur als Sängerinnen und Sänger, sondern in Personalunion als kreative Maler, Bühnendekorateure und nicht zuletzt als Schauspieler. Die Lehrerinnen Birgit Mathes und Carola Tank studieren das Musical ein. In Verbindung damit gaben sie am 28. August den Startschuss für das Wirken eines neuen Kinderchores, der im Sängermuseum seine Heimstatt haben wird. Er trägt den Namen „Cantemus“, was soviel bedeutet wie „Lasst uns singen“.

Kinderchor CantemusDiese Entwicklung entspricht einem Grundanliegen des Museumsteams. Helma Kurz betont: „Gesang, auch und gerade der von Kindern, gehört einfach ins Sängermuseum, weil wir hier nicht nur zurück-, sondern auch nach vorne blicken“. Und der für die Arbeit mit Kindern verantwortliche Museumsmitarbeiter Norbert Schmidt bekennt: Mit der Gründung des Kinderchores ist ein Traum ist wahrgeworden. Das macht uns glücklich!“